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Saisoneröffnung

Ich bin Bruchstrichfahrer. Da ich zusätzlich noch Schönwetterfahrer bin, stört mich das aber nicht. Ich habe keine vernünftige Möglichkeit, mein Motorrad über den Winter unterzustellen, also kann ich es auch nicht für eine spontane Ausfahrt im Januar bei 17 Grad Celsius nutzen. Daher ist ein Saisonkennzeichen (März bis November) für mich absolut in Ordnung. Mitte bis Ende November, wenn das Wetter absehbar nicht mehr für eine Tour taugt, bringe ich das Motorrad zum Händler meines Vertrauens. Dort wird überwintert und wenn es von der Laufleistung hinkommt, auch gleich Inspektion und Reifenwechsel mit erledigt.

Mitte letzte Woche, also in der letzten Februarwoche, war tolles Wetter. Und da der März nicht mehr weit weg war, hatte ich natürlich richtig Lust auf Motorradfahren. Daher rief ich meinen Händler an und vereinbarte einen Termin zur Abholung für Freitag, den 5. März. Die Inspektion und den Reifenwechsel bekäme er bis dahin gut fertig, und Freitags ist es kein Problem, im Home Office etwas früher Feierabend zu machen. Somit hatte ich für Freitag-Nachmittag nach der Abholung gleich eine Saisoneröffnungstour geplant.

Hatte.

Denn die Wetterprognosen wurden für Freitag von Tag zu Tag schlechter, die Rückkehr des Winters immer wahrscheinlicher. Sogar Schnee sollte fallen (so kam es dann auch). Ich nahm mir vor, die Sache bis Donnerstag zu beobachten und dann beim Händler den Termin auf Samstag (Prognose saukalt, aber immerhin trocken) zu verschieben. Dann eben nur Motorrad holen und keine Tour.

Donnerstag, gerade als ich die Nummer des Händlers suchen wollte, klingelte schon mein Telefon. “Servus! Gute Nachrichten - Dein Motorrad ist fertig! Komm vorbei, morgen soll’s ja Schnee geben!”

Was für ein perfektes Timing. Am Donnerstag musste ich zwar etwas länger arbeiten, aber für eine kleine Runde von 40 Kilometern hat es schließlich nach der Arbeit und vor Sonnenuntergang schließlich doch noch gereicht.

Und diese 40 Kilometer waren so unglaublich schön. Entspannend und befreiend. Es ist wie jedes Jahr nach 3 - 4 Monaten Pause: Die ersten Kilometer sind einfach besonders. Da ist wieder dieses Gefühl beim Beschleunigen, der Wind, der gegen den Körper drückt. Die Landschaft, die ganz anders an einem vorbeizieht, als wenn man im Auto sitzt. Die Lieblingskurve auf der Hausstrecke. Alles wie letztes Jahr, aber doch anders. Immer noch toll.

Glücklich und entspannt kam ich schließlich nach Hause. Motorradfahren macht immer noch Spaß - das Hobby muss nicht aufgegeben werden.

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