Mit der Bolt durch Bayern

... und über Bayerns Grenzen hinaus.

Improvisierte Passknacker Tour

Mitte August wollte ich zu einer Passknacker-Tour ins Salzburger Hinterland aufbrechen. Bis kurz vor Schladming bzw. zum Radlingpass sollte mich mein Weg führen. Die Tour hätte über 600 Kilometer umfasst, an einem Tag nur mit einem guten Stück Autobahn zu machen. So war mein Plan, dass ich bis kurz vor Salzburg die A8 befahre, um dann den Heimweg auch wieder ab der deutsch-österreichischen Grenze über die Autobahn hinter mich zu bringen.

Bis 15 Kilometer vor Salzburg klappte auch alles wunderbar, doch dann wurde mein Plan für diesen Tag leider gleich mehrfach durchkreuzt. Die Autobahn wollte ich eigentlich bei der letzten Abfahrt auf deutscher Seite (Bad Reichenhall) verlassen. Doch 15 Kilometer vor dieser Abfahrt, natürlich genau wenige hundert Meter, nachdem ich an der Abfahrt Neukirchen vorbeigefahren bin, begann der Stau. Und zwar so richtig Stau, kein zähfließender Verkehr. Ein kurzer Blick auf die Verkehrsanzeige von Google Maps bestätigte meine Befürchtungen: Der Stau ging die nächsten 15 Kilometer bis zur Grenze, die nächste Abfahrt war ebenfalls noch einige Kilometer entfernt. Und die Farbe (dunkelrot-schwarz) ließ auch nichts gutes vermuten… Ich hatte folgende Möglichkeiten:

  • Option 1: Wie alle anderen im Stau warten
  • Option 2: Illegal die (vorhandene!) Rettungsgasse durchfahren

Option 2 wollte ich vermeiden – ich sehe zwar kein Problem, als Motorradfahrer die Rettungsgasse zum schnelleren Vorankommen zu nutzen. Der Gesetzgeber sieht das aber anders und sieht dafür teils empfindliche Strafen vor. Das ist es mir dann doch nicht wert.

Also entschied ich mich für Option 1, und es ging wirklich nur sehr zäh voran. Nach 10 Minuten, die in etwa 100 Metern Wegstrecke entsprachen, entdeckte ich auf der rechten Seite eine Möglichkeit von der Autobahn zu kommen. Der schmale Weg auf das normale Straßennetz war zwar mit dem Verkehrszeichen 250 (Verbot für Fahrzeuge aller Art, weißer Kreis mit rotem Rand) gekennzeichnet, doch das hatte ich vermutlich einfach übersehen.

Über sehr kleine Dörfer erreichte Teisendorf, von wo aus ich mich parallel zur verstopften Autobahn zur B20 bewegte. Hier kam ich über Weißenbach und Großgmain wieder auf meine eigentlich geplante Route. Nun wollte ich auf der L237 über Fürstenbrunn nach Gröding – doch hier wurde mein Plan erneut unterbrochen. Die L237 ist während der Ferienzeit am Wochenende für den Durchgangsvekehr gesperrt, Anlieger dürfen natürlich durchfahren. Gut, ich habe calimoto mitgeteilt, daß die Straße vor mir gesperrt ist, und calimoto hat mich anders geleitet.

Bei Viehhausen, südwestlich von Salzburg, hatte ich das gleiche Problem. Die Straße ist zur Ferienzeit am Wochenende für den Durchgangsverkehr gesperrt, hier sogar durch Polizei überwacht. Der freundliche Polizist gab mir zwei Alternativen: Über die Autobahn oder über Salzburg…

Da ich keine Lust hatte, mir eine Vignette zu kaufen, fuhr ich Richtung Salzburg. Am Rand von Salzburg hangelte ich mich am gesperrten Gebiet vorbei Richtung Gröding. Von dort ging es weiter über Hallein nach Golling an der Salzach – hier stand auch schon mein erster Tankstopp an.

Wenige Kilometer hinter Golling wartete der erste Passknacker-Punkt des Tages auf mich, der Pass Lueg. Da ich inzwischen jedoch durch die ganzen Querelen ziemlich viel Zeit verloren hatte, entschied ich mich an der Tankstelle von hier aus eine andere Route zu nehmen. Es sollte nun von hier aus langsam zurück nach Hause gehen, wobei ich auch noch einige Passknacker-Punkte mitnehmen konnte. Die neue Route war über calimoto schnell geplant. Und so fuhr ich ohne Zeitdruck entspannt weiter – schließlich soll das ganze ja auch noch Spaß machen.

(Viel Text und wenig Bild bis hier her, doch jetzt geht es wie gewohnt weiter…)

Mit vollem Tank erreichte ich meinen ersten Passknacker-Punkt des Tages, den Pass Lueg.

Pass Lueg

Weiter ging es über Bischofshofen zum Dientner Sattel. In Bischofshofen steht nicht weit weg vom Ortseingang eine Lokomotive, als Erinnerung an glorreichere Eisenbahnzeiten. Ich bin hier vor einiger Zeit schonmal vorbeigefahren, dieses Mal hab ich wenigstens dran gedacht, auch ein Foto zu machen.

Maschine vor Maschine

Nach Bischofshofen erreichte ich auch schnell den Dientner Sattel, meinen nächsten Passknacker Punkt.

PK-Nachweis am Dientner Sattel

Vom Dientner Sattel ist es nicht weit zum Filzensattel, folglich war das auch auch mein nächstes Ziel. Zwischendurch muss jedoch immer wieder Zeit sein, um die sensationelle Bergwelt zu genießen und auch in einem Foto festzuhalten.

PK-Nachweis am Filzensattel
Viel Grün am Filzensattel

Mein nächster Punkt auf der improvisierten Tour war der Pass Grießen, kurz vor Hochfilzen.

PK-Nachweis Pass Grießen
Aussicht am Pass Grießen

Nun wollte ich zum Steinpaß, einem unscheinbaren Pass zwischen Lofer und Schneizlreuth. Nach Hochfilzen ging es Richtung Norden, vorbei am Pillersee nach Lofer.

PK-Nachweis Steinpaß
Schöne Kurven und tolle Landschaft am Steinpaß

Nun war ich wieder auf bayerischem Boden. Die B305 hinter Schneizlreuth war leider immer noch gesperrt, somit musste ich der Umleitung über Bad Reichenhall folgen, um nach Weißbach an der Alpenstraße zu kommen.

In Weißbach gibt es einen unscheinbaren Abzweig nach Jochberg, meinem nächsten Passknacker-Punkt. Hier führte mich eine schmale Straße bergauf, bis zum Weiler Jochberg. Leider für den öffentlichen Verkehr eine Sackgasse, also ging es nach dem Foto wieder zurück nach Weißbach.

PK-Nachweis Jochberg

Ich folgte der Bundesstraße weiter Richtung Inzell, umfuhr den Ort jedoch auf kleinen Straßen. Hier boten sich teilweise auch schöne Ausblicke.

Blick auf Inzell

Ich fuhr weiter Richtung Norden, zu meinem vorletzten Passknacker-Punkt des Tages: Hochberg. Dieser liegt zwischen Siegsdorf und Traunstein und eignet sich ideal, um die Bundesstraße 306 zu meiden.

Abseits der B306 auf kleinen Straßen
PK-Nachweis Hochberg

Von Traunstein fuhr ich über Grassau Richtung Bernau am Chiemsee. Kurz nach Bernau passierte ich den Parkplatz „Chiemseeblick“ – wie der Name schon sagt, hat man von hier einen schönen Blick auf den Chiemsee.

Chiemseeblick

Einen Passknacker-Punkt hatte ich noch auf der Todo-Liste: Samerberg. Also fuhr ich weiter Richtung Frasdorf und Achenmühle, wo ich auf die RO9 Richtung Samerberg abbog.

PK-Nachweis: Samerberg
Ausblick von der Luitpoldeiche

Nun ging es entspannt weiter nach Hause, auf dem Weg zurück bot sich natürlich noch die ein oder andere Gelegenheit für ein Foto.

Es war eine gute Entscheidung, die eigentlich geplante Route nach dem ganzen Stau- und Umleitungsärger über den Haufen zu werfen. Vermutlich wäre es mir viel zu spät geworden, und ich hätte mich unnötig unter Druck gesetzt. So konnte ich jedoch eine entspannte Tour fahren, insgesamt bin ich auf 500 Kilometer gekommen, wovon 310 Kilometer auf den entspannten Teil ab der Umplanung an der Tankstelle kommen.

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