Mit der Bolt durch Bayern

... und über Bayerns Grenzen hinaus.

Kitzbühel, Gerlospass und Zillertal

Mein Urlaub war noch nicht komplett vorbei, somit konnte ich nochmal unter der Woche losziehen, um dem Wochenendverkehr etwas aus dem Weg zu gehen.

Die Route war wie immer schnell geplant. Ich habe die „Standard-Passknacker-Punkte“ fest in Calimoto hinterlegt, somit ist schnell eine Tour zusammengeklickt.

Die ersten paar Kilometer spulte ich auf der Autobahn ab, wie meistens, wenn ich mehr als 400 Kilometer an einem Tag fahren will. Sonst wird es doch sehr spät, bis ich wieder zu Hause bin. Ich fuhr über die A99 auf die A8 Richtung Salzburg bis zum Inntaldreieck, hier ging es auf die A93 Richtung Kiefersfelden bzw. Kufstein. Die Autobahn verließ ich jedoch kurz vor der deutsch-österreichischen Grenze, da ich keine Vignette am Motorrad habe.

Zwischen Walchsee und St. Johann

Am Walchsee vorbei nahm ich Kurs auf St. Johann in Tirol, kurz davor, im Ort Gasteig, wartete der erste Passknacker des Tages auf mich.

Zwischen Walchsee und St. Johann
Passknacker 1: Gasteig

St. Johann ließ ich schnell hinter mir und nahm Kurs auf Kitzbühel. Hier bin ich gerne früh morgens, dann ist der Verkehr noch nicht so schlimm. Kitzbühel an sich reizt mich auch nicht – jedoch ist hier der Abzweig zum Passknacker-Punkt Kitzbüheler Horn versteckt.

Panorama an der Auffahrt zum Kitzbüheler Horn

Die Mautstraße, die inzwischen selbst für Motorräder 10 Euro kostet, führt zum Restaurant Alpenhaus auf 1670m Höhe.

Kritisch beäugt

Auf der Straße gibt es jedoch immer wieder tolle Ausblicke auf die umliegende Landschaft.

Passknacker 2: Kitzbüheler Horn
Ausblick vom Alpenhaus
Ausblick vom Alpenhaus

Vom Alpenhaus ging es dann wieder die Mautstraße runter Richtung Kitzbühel – hier gibt es leider keine Möglichkeit, den Rückweg anders als den Hinweg zu wählen.

Wieder unten in Kitzbühel angekommen, fuhr ich weiter über den Pass Thurn Richtung Mittersill, von dort wollte ich dann weiter Richtung Westen zum Gerlospass.

Blick in den Pinzgau

Kurz hinter Mittersill konnte ich noch deutliche Spuren der starken Regenfälle im Juli sehen. Die Straße war noch deutlich verdreckt, auf den Feldern neben der Straße standen noch riesige Seen. Und die Pinzgauer Lokalbahn ist in diesem Bereich ebenfalls für längere Zeit auf Schienenersatzverkehr angewiesen, die Strecke wurde an einiger Stellen unterspült und beschädigt.

Wasser, wo normalerweise Felder und Wiesen sind.
Wasser, wo normalerweise Felder und Wiesen sind.

Über die B165 fuhr ich weiter Richtung Krimml, um den Gerlospass zu erreichen. Hier gibt es gleich zwei Passknacker-Punkte: Die alte Gerlosstraße sowie die neue Route, vorbei an Krimml und den Krimmler Wasserfällen. Die alte Route ist kostenlos, die neue kostet Maut.

Krimmler Wasserfälle

Mein Weg führte mich über die neue, mautpflichtige Straße vorbei an den Krimmler Wasserfällen. Der Passknackerpunkt liegt direkt an der Mautstation, ich könnte also eigentlich auch die alte Straße fahren, und nur für das Foto bis zur Mautstation. Diesmal wollte ich jedoch an den Wasserfällen vorbei, also wurde eben Maut bezahlt.

Krimmler Wasserfälle
Blick in den Pinzgau
Passknacker 3: Gerlospass / Filzsteinalpe

Direkt nach diesem Parkplatz wurde die Maut fällig, danach ging es weiter Richtung Westen. Ich hatte ja noch den alten Gerlospass auf der Liste – für den Passknackernachweis musste ich diesen aber nicht komplett fahren, nur ein Stück bis zum Abzweig nach Königsleiten.

Passknacker 4: Gerlospass (alte Straße)

Der nächste Punkt, den ich für diesen Tag auf dem Plan hatte, war der Passknackerpunkt „Melchboden“, der sich an der Zillertaler Höhenstraße befindet. Praktischerweise führte mich die B165 vom Gerlospass direkt ins Zillertal.

Im Hintergrund: Speicher Durlaßboden
Speicher Gmünd

Bevor es bei Hainzenberg runter ins Zillertal ging, boten sich mir noch ein paar tolle Ausblicke in eben dieses Zillertal.

Blick ins Zillertal
Idyllisches Hainzenberg

Zell am Ziller durchfuhr ich zügig, kurz vor Hippach bog ich auf die südlichste Auffahrt zur Zillertaler Höhenstraße ein. Die Mautstraße ist leider in einem schlechten Zustand, bietet aber teilweise wirklich atemberaubende Ausblicke.

Blick von der Zillertaler Höhenstraße
Blick von der Zillertaler Höhenstraße

Der Melchboden war schnell erreicht, hier knipste ich das Nachweisbild für die Passknacker-Wertung. Die Melchboden-Hütte war wie immer gut besucht.

Passknacker 5: Melchboden / Zillertaler Höhenstraße

Ich fuhr die Straße weiter Richtung Norden, diesmal wollte ich allerdings schon bei der nächsten Abfahrt (bei Zell am Ziller) runter. Die Straße bietet zwar tolle Aussichten, die Qualität ist aber (wie oben schon geschrieben) eher so semi-optimal. Und der nördliche Teil der Mautstraße, der bis Ried im Zillertal geht, liegt eh größtenteils in waldigem Gebiet. Da ist die Aussicht dann auch nicht mehr so berauschend.

Zillertaler Höhenstraße
Zillertaler Höhenstraße
Zillertaler Höhenstraße

Halbzeit! Zumindest in etwa. Ich verließ die Zillertaler Höhenstraße und fuhr weiter Richtung Norden. Der nächste Punkt, den ich anvisierte, war der Kerschbaumer Sattel. Eine kleine, schmale, aber sehr schöne Straße führt von Hart im Zillertal bis nach Brixlegg und passiert dabei den Kerschbaumer Sattel.

Blick ins Zillertal
Blick ins Zillertal

Diese Straßen mag ich ja wirklich. Abseits vom Verkehr und sensationelle Aussicht. Wenn die Welt doch nur aus solchen Straßen bestehen würde – wobei, nein, das wäre vermutlich auch nicht optimal.

Ich durchquerte also weiterhin diese atemberaubende Landschaft, und irgendwann erreichte ich auch mein nächstes Zwischenziel, das wohl tatsächlich auf einer Höhe von 1111 Metern liegt.

Passknacker 6: Kerschbaumer Sattel

Mein nächster geplanter Stop sollte am Passknacker-Punkt „Grafenweg“ sein, und hierhin führte mich ebenfalls wieder eine schmale kleine Straße von Wörgl nach Hopfgarten im Brixental. Abseits der Hauptverkehrswege war es auch hier sehr angenehm zu fahren.

Passknacker 7: Grafenweg

Kurz hinter Hopfgarten waren auch noch deutliche Spuren der Juli-Unwetter zu sehen. Keine Überschwemmungen, doch der kleine Bach (Lindgraben) hatte eine deutliche Schneise in den Wald geschlagen.

Unordnung

Der nächste Tagesordnungspunkt: „Am Steinerbach / Söll“. Kein Pass, keine besondere Aussicht. Aber laut Passknacker-Datenbank eine Wasserscheide, und es gibt ein paar Punkte dafür. Außerdem fuhr ich sowieso daran vorbei, also konnte ich auch kurz für ein Foto anhalten.

Passknacker 8: Am Steinerbach / Söll

Über Kufstein ging es weiter nach Thiersee, und kurz vor Thiersee konnte ich den neunten Passknacker-Punkt des Tages abhaken: Die Marblinger Höhe.

Passknacker 9: Marblinger Höhe

Die Strecke von Kufstein über Thiersee nach Bayrischzell bin ich schon gerne gefahren, bevor ich das Passknacken für mich entdeckt habe. Hier ist meistens wenig verkehr und die Straße schlängelt sich herrlich durch die Bergwelt. Was ich allerdings erst durch das Passknacken entdeckt habe, ist der mautpflichtige Abzweiz zur Ackernalm.

Landschaft bei Landl
Panorama-Landschaft bei Landl

Von Kufstein kommend geht es kurz hinter Landl links weg auf die Ackernalm Mautstraße. Diese führt – oh Wunder – zur Ackernalm.

Ich bog also ab und hatte sogar noch Glück – die Schranke am Mautautomaten war hochgeklappt. Ich konnte ohne Bezahlung passieren (ob ich das durfte, ist eine andere Frage…).

Passknacker 10: Ackernalm

Der untere Teil der Mautstraße verläuft hauptsächlich durch Wald, dort gibt es folglich auch wenig Aussichten. Die Straße ist schmal, aber größtenteils gut zu fahren. Und als Motorradfahrer habe ich mit Gegenverkehr weniger Probleme als ein Autofahrer.

Panorama an der Ackernalm

Im oberen Teil der Straße lichtet sich der Wald jedoch häufiger, und es bieten sich mehrere Gelegenheiten um schöne Fotos zu machen. Eine davon nutzte ich für das folgende Bild.

Die Ackeralm-Mautstraße verließ ich Richtung Bayrischzell. Auf dem Weg dorthin passierte ich noch den Ursprungspass, der gleichzeitig auch mein letzter Passknacker-Punkt dieses Tages war.

Passknacker 11: Ursprungspass / Bäckeralm

Ich fuhr von Bayrischzell weiter über Fischbachau, Feldkirchen-Westerham und Glonn nach Hause. Nach knapp 470 Kilometern erreichte ich am späten Nachmittag die heimatliche Tankstelle, ließ die Luft aus dem Tank und fuhr weiter nach Hause.

Tolles Wetter, tolle Landschaft, wenig Verkehr, kein Stau und vor allem keine Umleitungen und Straßensperren. Ein sehr schöner Tag!

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