Mit der Bolt durch Bayern

... und über Bayerns Grenzen hinaus.

Tour nach Südtirol – Tag 4

Meine Tour hat mir von Tag zu Tag mehr Spaß gemacht, was wohl hauptsächlich am immer besser werdenden Wetter lag. Tag 1 war schön, Tag 2 war besser, Tag 3 war richtig toll – Tag 4 musste das ganze also noch toppen. Leider war Tag 4 auch der letzte Tag der Tour, die Heimreise stand an.

Angereist bin ich über das Timmelsjoch, die Heimreise sollte also über einen anderen Weg führen. Zweimal die gleiche Strecke ist schließlich langweilig. Der kürzeste Weg wäre wohl über den Brenner gewesen – die Strecke finde ich aber nicht so spannend. Somit waren blieben noch zwei Möglichkeiten, wenn ich den Weg nach München in einem Tag schaffen wollte: Im Westen über den Reschenpass, oder im Osten über den Staller Sattel. Beide bin ich noch nie gefahren. Ich entschied mich für den Staller Sattel – wobei der Reschenpass auch noch auf der To-Do-Liste für die Zukunft steht.

Der morgendliche Check zweier Wetter-Apps ergab, dass ich wohl auch an Tag 4 wieder Glück mit dem Wetter haben sollte. Sehr schön! Vor dem Frühstück begann ich schon mal, meine Sachen zu packen und alles auf dem Motorrad zu verstauen.

Abfahrt!

Nach dem Frühstück habe ich noch schnell aus dem Hotel ausgecheckt und die offene Rechnung bezahlt. Und dann ging es gleich auf’s Motorrad, zum letzten Mal die Bergstraße vom Hotel nach Bozen runter.

Wetter: vielversprechend!

Als erster Pass war für diesen Tag das Penser Joch geplant. Ich hätte natürlich von Bozen direkt auf der SS508 dorthin fahren können, entschied mich aber aufgrund der Kartenansicht in calimoto für die LS/SP73 und die LS/SP135, die mich auf extrem kurvigen Strecken von Bozen über Unterinn, Klobenstein und Oberinn schließlich auch auf die SS508 zum Penser Joch brachten.

Schöne Alternative zur SS508

Kurz bevor ich das Penser Joch erreichte, zog sich der Himmel etwas zu. Nach Regen sah es jedoch nicht aus.

Vorne Wolken, hinten Wolken. Kein Regen.
Erster Passknacker-Nachweis des Tages – Penser Joch

Da mir, wie so oft an Passhöhen, einfach zu viel los war, fuhr ich nach meinem Nachweisbild ein paar hundert Meter weiter, um nochmal für ein paar vernünftige Fotos anzuhalten.

Ausblick am Penser Joch

Den Jaufenpass wollte ich auch noch einmal fahren, nachdem ich ihn 2019 schonmal gefahren bin. Da war es allerdings eher regnerisch. Wirklich „rund“ konnte ich ihn dieses mal aber nicht in meine Tour einbauen. Ich fuhr also vom Penser Joch nach Sterzing, von dort ging es weiter zur Passhöhe Jaufenpass, und dann auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Sterzing.

Straße durch Berg

Inzwischen war Samstag, und an Pässen wie dem Jaufenpass war verkehrstechnisch doch einiges Geboten. Glücklicherweise konnte ich die meisten Hindernisse recht gut überholen, und erreichte schließlich den Jaufenpass.

Nachweisbild Jaufenpass
Ausbllick vom Jaufenpass

Die Fahrt vom Jaufenpass über Sterzing zum nächsten Passknacker-Punkt, Zumis / Rodeneckeralm war recht ereignislos. Viel Verkehr, wenig Ausblicke. Aber trocken. Bis kurz vor Brixen folgte ich der SS12 immer parallel zur A22. Es gibt spannenderes. Dann ging es allerdings endlich wieder auf kleinere Straßen, und schon kam der Fahrspaß zurück.

Nachweisbild Zumis / Rodenecker Alm

Der Weg dorthin war wirklich schön, eine kleine schmale Straße, die sich durch einen Wald den Berg hochwindet, und immer wieder tolle Ausblicke auf die umliegende Landschaft freigibt.

Schicke Landschaft

Ich fuhr zurück nach Mühlbach, um von dort den nächsten Passknacker-Punkt anzufahren – die Kiener Alm bzw. Kegelbergsattel.

Nachweisbild Kegelbergsattel

Auch von hier ging es wieder zurück nach Mühlbach – dort musste ich dann auch noch tanken. Doch davor war noch Zeit für das ein oder andere Foto.

Die inzwischen sehr dreckige Bolt im Wald
Was für ein Panorama!

Nach dem Tankstopp in Mühlbach peilte ich den letzten Passknacker-Punkt dieser Tour an, der mir noch komplett war: Der Staller Sattel. In meiner Richtung war dieser jedoch nur zwischen Minute 30 und Minute 45 einer jeden Stunde zu befahren. Und es sah so aus, als ob ich es gerade so in diesem Zeitfenster schaffen würde. Ich fuhr also ausnahmsweise etwas schneller als erlaubt – und erreichte die Ampel um 13:43 Uhr, zwei Minuten, bevor sie für 45 Minuten auf rot springen würde.

Ampel am Staller Sattel – es ist 13:43 Uhr

Der Staller Sattel war dann auch sehr entspannt zu fahren, hinter mir kam wohl niemand mehr im gleichen Zeitfenster durch, und als ich an der Passhöhe ankam, war ich froh, dass der Verkehr vor mir bereits durch gefahren war. In der Gegenrichtung war die Schlange nämlich ziemlich lange – ich hatte die Strecke für mich alleine. Sehr schön!

Passknacker-Nachweis Staller Sattel
Warteschlange Richtung Italien
Obersee am Staller Sattel

Ein paar Kilometer nach dem Staller Sattel musste ich dann schon wieder anhalten. Diesmal gab’s keine sensationellen Landschaftsbilder, sondern einen denkwürdigen Kilometerstand. In den 3 Jahren, die ich mit der Bolt unterwegs bin, haben wir es auf 33.333 Kilometer geschafft! Das ist doch mal ein Foto wert.

33.333 Kilometer!

Was mir nach dem Grenzübertritt auffiel, ist die Tatsache, dass es in Österreich endlich auch mal wieder langgezogenen Kurven gab, die man etwas schneller fahren konnte. In Südtirol hatte ich wirklich häufig richtige Bergstraßen, schmal, mit engen Kurven. Hier gab es auch mal wieder Landstraßen mit großen Kurvenradien – eine nette Abwechslung.

Staller Almbach, Bolt, Straße

Meinen restlichen Heimweg kannte ich ab hier schon, keine unbekannten Straßen mehr. Ich wollte jedoch noch ein paar Passknacker-Punkte einbauen, die praktisch auf dem Weg lagen.

Blick ins Kalser Tal

Ich fuhr Richtung Kals am Großglockner, dort sind die Passknacker-Punkte Lucknerhaus Moa-Alm versteckt. Zu erst fuhr ich das Lucknerhaus an.

Nachweisbild am Lucknerhaus
Nationalpark Hohe Tauern

Vom Lucknerhaus ging es zurück nach Kals, dort nahm ich dann die andere Stichstraße Richtung Moa-Alm, dem nächsten Punkt für die Passknacker-Wertung.

Nachweisbild Moa-Alm

Von der Moa-Alm geht die Straße noch ein paar hundert Meter weiter hoch, dort befindet sich ein kleiner Parkplatz mit sensationeller Aussicht.

Parkplatz mit Aussicht auf den Nationalpark Hohe Tauern

Was mich an Österreich immer wieder fasziniert, ist die gute Netzabdeckung im Vergleich zu Deutschland. Bei mir im Büro (befindet sich im Großraum München) fällt mein Empfang immer mal wieder von 4G auf EDGE zurück. Hier, am Ende der Straße hatte ich besten 4G-Empfang und konnte sogar ein Videotelefonat mit meiner Frau führen…

Nach dem Telefonat genoss ich noch ein wenig die Stille hier oben. Dann ging es jedoch weiter Richtung Heimat. Bis nach Huben bzw. bis zur B108 musste ich die Kalser Landesstraße wieder zurück fahren, auf dem Rückweg halte ich hier meistens noch am Schleierwasserfall.

Dreckige Bolt vor Wasserfall

Von der Größe her nicht zu vergleichen mit den Krimmler Wasserfällen – aber dieser Ort hat irgendwie etwas besonderes. Ein paar Minuten verweile ich hier immer, so war es auch dieses Mal.

Über die B108 ging es durch den Felbertauerntunnel, der ebenfalls ein Passknackerpunkt ist, nach Mittersill – dort ließ ich nochmal die Luft aus dem Tank.

Nachweisbild Felbertauern
Felbertauern Panorama

In Mittersill kann man übrigens sogar an der Tankstelle schöne Fotos machen. Hier tankte ich sozusagen mit Aussicht.

Blick von der Tankstelle Mittersill Richtung Süden

Der letzte Passknacker-Punkt meiner Reise sollte der Pass Thurn sein – einfach weil er sowieso auf dem Weg lag.

Pass Thurn

Nach knapp 2000 Kilometern in 4 Tagen kam ich Abends zu Hause an. Abgesehen vom Wetter an Tag 1 und (mit Abstrichen) an Tag 2 war es eine wirklich tolle Tour. Bis zu dieser Tour war ich noch nie mit dem Motorrad in Südtirol bzw. den Dolomiten – das werde ich jedoch, nachdem was ich an den 4 Tagen gesehen habe, bestimmt irgendwann wiederholen.

Hier sind nochmal alle 4 Tages-Etappen in einer Karte zusammengefasst, sollte jemand Interesse daran haben, kann ich sie auch als GPX-Dateien zur Verfügung stellen.

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