Mit der Bolt durch Bayern

... und über Bayerns Grenzen hinaus.

Tour nach Südtirol – Tag 3

Tag Nummer 3, Premiere! Der erste Tag meiner Tour, für den kein Regen angesagt war! Freude!

Der Blick von meinem Balkom um kurz vor sechs Uhr morgens. Traumhaft!

Leider wurde das Frühstück im Hotel immer erst ab halb acht serviert – von mir aus hätte es schon eine Stunde früher losgehen können. Aber ich habe die Zeit zwischen Aufstehen und Frühstück genutzt, um schonmal alles vorzubereiten und das Motorrad mit Getränken und was ich sonst noch so brauche zu beladen. Das Regenzeug kam gleich in den Seitenkoffer, die Regenprognose versprach ja heute perfektes Wetter.

In meiner ursprünglichen Planung wären 27 Passknackerpunkte gewesen, ich entschied morgens vor dem Frühstück jedoch, dass die entferntesten fünf rausfliegen. Somit habe ich die Tour von maximalen 620km auf etwa 500km reduziert – das sollte doch reichen, um mich den ganzen Tag zu beschäftigen. Die gefahrene Runde des dritten Tags:

Um halb acht habe ich mich als erster Gast am Frühstück gestärkt, und dann ging es schnell zum Motorrad. Die Straße von Bozen zum Hotel habe ich ja schon beschrieben, die kleine Auffahrt von der Straße zum Hotel ist aber auch abenteuerlich.

Weg von der Straße zum Hotel bzw. vom Hotel zur Straße

Der erste Pass des Tages sollte der Nigerpass werden. Die Auffahrt dorthin versprach schon viel. Ich war wirklich begeistert vom Wetter.

Auf dem Weg zum Nigerpass

Auf 1690m gelegen war der Pass ein guter Einstieg in den Tag.

Nachweisbild am Nigerpass

Von hier aus führte mich die Nigerstraße direkt zum nächsten Pass, zum Karerpass. Auch dieser ist ein Passknackerpunkt, allerdings erst der dritte auf meiner Liste für diesen Tag. Nummer 2 ist der Punkt Rosengartenstraße – die Verbindung zwischen Niger- und Karerpass. Zwischen diesen beiden Pässen einen sehr geringen Höhenunterschied, dafür jedoch tolle Ausblicke.

Rosengartenstraße, Nachweisbild
Ausblick an der Rosengartenstraße
Karerpass, Nachweisbild

Nach den ersten drei Passknacker-Punkten war ich aufgewärmt und hatte Lust auf mehr. Als nächstes sollte es Richtung Süden gehen, um über Moena und Predazzo und vorbei am Lago di Paneveggio zum Passo di Rolle zu kommen.

Auf dem Weg zum Passo di Rolle

Kurz hinter dem Lago di Paneveggio bog ich ab zum Passo di Rolle – sobald dieser erreicht war, wollte ich jedoch wieder zurückfahren, um dann weiter zum Passo di Valles zu kommen.

Nachweisbild am Passo di Rolle

Kurz nach dem ich gewendet habe, musste ich jedoch doch noch mal kurz anhalten. Die Aussicht ist zu schön, um nicht doch noch ein Foto zu knipsen.

Blick vom Passo di Rolle Richtung Norden

Nächster Halt: Passo di Valles! Bzw. beinahe. Kurz davor ist auch noch ein Bild entstanden, das blogwürdig ist.

Gleich ist der Passo di Valles erreicht
Nachweis-Bild am Passo di Valles
Ausblick kurz nach dem Passo di Valles

Der letzte Punkt dieser kleinen Runde sollte der Passo di San Pellegrino sein, der übrigens nichts mit dem italienischen Mineralwasser zu tun hat.

Nachweisbild am Passo di San Pellegrino
Keine Mineralwasserquelle, aber Wasser gibt es hier auch

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung war die „Sella-Runde“. Die Rundfahrt um den Sellastock über das Sellajoch, das Grödnerjoch, den Passo di Campolongo und den Passo Pordoi gehört wohl zum Pflichtprogramm in den Dolomiten. Doch bevor ich dieses Pflichtprogramm abhaken konnte, musste ich erst meine aktuelle Rund beenden, also führte mich mein Weg wieder zurück nach Moena und Vigo di Fassa.

Kurz vor Moena

In Vigo di Fassa füllte ich den Tank der Bolt noch schnell auf. Der Spritpreis in Italien lag während meiner Reisezeit übrigens nochmal gut 10 bis 15 Cent über dem Preis in Deutschland…

Einstieg in die Sellarunde

Ich stieg bei Canazei in die Sellarunde ein, also zwischen Sellajoch und Passo Pordoi. Ich fuhr zuerst Richtung Sellajoch, also im Uhrzeigersinn.

Nachweisbild am Sellajoch

Mit dem Verkehr hatte ich noch Glück, es war zwar schon Freitag Mittag, aber es war noch nicht so voll, wie ich befürchtet hatte.

Was für eine Landschaft!

Vom Sellajoch ging es weiter Richtung Grödnerjoch. Und was soll ich schreiben, die Landschaft ist einfach atemberaubend. Ich hätte alle paar Meter anhalten können und Bilder machen, beinahe hinter jeder Kurve tat sich ein neues beeindruckendes Panorama auf.

Auf dem Weg zum Grödnerjoch
Nachweisbild am Grödnerjoch
Blick vom Grödnerjoch auf das gewaltige Bergmassiv

Pass Nummer 3 der Sellarunde war der Passo di Campolongo. Hier hat sich der Himmel kurz etwas verdunkelt, Regen war jedoch glücklicherweise nicht in Sicht.

Dunkle Wolken am Passo di Campolongo

Von hier ging es weiter zum letzten Punkt der Sellarunde, dem Passo Pordoi. Der Himmel wurde wieder heller, die Bilder werden wieder schöner.

Auf dem Weg zum Passo Pordoi

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich gar nicht verstehe, warum die Leute immer ihre Aufkleber auf die Passschilder kleben müssen? So ein Schild hat ja durchauch eine Funktion. Und teilweise, wie hier am Passo Pordoi, ist wirklich beinahe nichts mehr zu erkennen.

Passo Pordoi
Panorama am Passo Pordoi

Am Ende der Sellarunde, auf dem Rückweg nach Canazei, hatte ich dann doch einmal Pech mit dem Verkehr – ich fuhr auf eine Kolonne auf, die hinter einem Bus festhing. Da ich zum gefahrlosen Überholen keine Chance gesehen habe, blieb ich einfach stehen und schoss ein Foto.

Haarnadel-Kurven auf dem Weg nach Canazei

Fun-Fact: Kurz bevor ich stehen blieb, wurde ich von zwei hektischen Motorradfahrern überholt, die wohl an der ganzen Kolonne so schnell wie möglich vorbei wollten. Ich fuhr dann mit freier Fahrbahn weiter Richtung Canazei, im Ort habe ich die Kolonne wieder eingeholt. Die beiden Motorradfahrer hingen immer noch hinter dem Bus fest. Ich habe also in der gleichen Zeit stressfrei ein paar Bilder gemacht und konnte ohne Vorausfahrer die Straße genießen.

Als nächstes stand der Passo di Fedáia auf dem Plan. Die Passhöhe erstreckt sich dort über etwa 2,5 Kilometer entlang des Fedáia-Stausees.

Anfahrt zum Passo di Fedáia

Das Nachweisbild habe ich direkt am Parkplatz des Rifugios geschossen – hier war mir jedoch viel zu viel los.

Nachweisbild im Menschentrubel

Nur ein paar hundert Meter weiter, hinter dem Tunnel, konnte ich die Landschaft dann aber in Ruhe genießen.

Der Lago di Fedáia

Auch die Abfahrt Richtung Caprile hat noch ein paar tolle Ansichten zu bieten.

Kein wild rauschendes Wasser…
… sondern noch etwas Schnee.

Nach Caprile ging es dann weiter zum nächsten Passknacker-Punkt – dem Passo di Giau auf über 2200 Höhenmetern.

Auf dem Weg zum Passo di Giau
Auffahrt zum Passo di Giao
Nachweisbild am Passo di Giau

Wie fast immer blieb ich kurz hinter der Passhöhe nochmal stehen um ein paar Bilder ohne die ganzen Menschenmassen zu machen.

Panorama am Passo di Giau

Nun ging es weiter Richtung Cortina d’Ampezzo – wobei ich kurz vor dem Ort Richtung Westen abbog, um noch die beiden Pässe Passo di Falzàrego und Passo di Valparola mitzunehmen.

Passo di Falzàrego
Passo di Valparola

Die beiden Pässe liegen nur wenige hundert Meter auseinander. Am Passo Valperola hat mich besonders die steinige, karge Landschaft beeindruckt.

Steinig und karg – und eine Astronautenstatue
Passo di Valparola

Auch auf dem Rückweg nach Cortina d’Ampezzo musste ich nochmal anhalten, zu toll sind die Ausblicke, die die Landschaft bietet.

Wow!
Nochmal wow!
Zum dritten mal: Wow!

Nach einem Tankstopp in Cortina d’Ampezzo ging es weiter zum nächsten Passknacker-Punkt, dem Gemärkpass.

Gemärkpass

Den Gemärkpass nahm ich so gar nicht als Pass war, die Straße hatte ging beinahe gerade aus, besondere Höhenunterschiede gab es ebenfalls nicht. Aber zwischendurch war auch so ein Stück mal sehr angenehm zu fahren.

Vom Gemärkpass ging es für mich über die SS51 vorbei am Toblacher See zum nächsten Punkt, dem Toblacher Bergsattel.

Toblacher Bergsattel

Auch hier gab es kaum Höhenunterschiede, keine engen Kurven. Jetzt durfte es aber langsam wieder etwas spannender werden. Ich fuhr die SS49 Richtung bis Mittelolang, dort bog ich Richtung Furkelpass ab. Und ab hier wurden die Kurven auch wieder enger.

Kleine alte Wassermühle am Straßenrand
Nachweisbild am Furkelpass

Am Furkelpass fiel mir auf, wie viel mehr Spaß die Tour macht, wenn das Wetter passt. Tag 1 war leider ziemlich verregnet, am Tag 2 wurde es besser, aber heute war es traumhaft!

Die tiefstehende Sonne wirft tolle Schatten
Gleicher Punkt, gleiche Zeit, andere Blickrichtung

Nun standen noch Würzjoch und Kofeljoch auf dem Plan. Danach wollte ich je nach körperlicher Verfassung entscheiden, ob es direkt ins Hotel geht oder ob ich noch die Punkte Palmschoss, Kreuztal und Panidersattel anfahre.

Nachweisbild am Würzjoch, mit nagelneuem Pass-Schild

Inzwischen war es halb sieben, es war auf jeden Fall weniger los. Viele Ausflügler waren schon auf dem Heimweg. So hatte ich die Straßen wieder mehr für mich und konnte wirklich tolle Bilder in der Abendsonne machen.

Abendsonne am Würzjoch

Vom Würzjoch war es nicht weit zum Kofeljoch, wo mir die Halslhütte als Nachweisbild für den Passknacker zur Verfügung stand.

Halslhütte

Hier horchte ich kurz in meinen Körper – dieser sagte mir: fahr weiter! Also blieben die letzten drei Punkte in der Tour, und ich fuhr Richtung Palmschoss bzw. Kreuztal.

Nachweisbild Palmschoss

Von Palmschoss ging es nochmal gut 300 Höhenmeter hoch zum Punkt Kreuztal, am dortigen Parkplatz ist die Fahrt für motorisierte Fahrzeuge jedoch zu Ende.

Nachweisbild Kreuztal

So, jetzt zurück nach Palmschloss und weiter zur LS/SP163, der Straße, die mich letztendlich nach Klausen führte.

Kurz vor St. Peter

Klausen passierte ich parallel zur A22 auf der SS242dir, danach ging es noch zum Panidersattel. Ich folgte der Ss242dir bis kurz vor St. Ulrich, dann fuhr ich weiter Richtung Westen.

Kurz vor dem Panidersattel – die schattigen Bereiche werden größer
Panidersattel – letzter Passknackerpunkt des Tages

Am Panidersattel war ich um halb neun. Die Sonne warf inzwischen immer längere Schatten, und jetzt ging es aber wirklich zurück ins Hotel.

„Bergmassiv in Abendsonne“

Nach knapp 13 Stunden und 497 Kilometern erreichte ich wieder das Hotel. Somit endete ein schöner und endlich mal komplett trockener Tag.

Die Beiträge zu Tag 1 und Tag 2 habe ich noch in meinem Urlaub vorbereitet – dieser ist nun leider vorbei, der Arbeitsalltag hat mich wieder. Ich will jedoch trotzdem beim wöchtenlichen Rhythmus bleiben und samstags jeweils einen neuen Beitrag veröffentlichen. Bei diesem hier wurde es etwas knapp, er wird praktisch beinahe direkt nach der Fertigstellung veröffentlicht.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

© 2021 Mit der Bolt durch Bayern

Thema von Anders Norén